Warum ein Beschriftungswerkzeug Ihre Screenshots nicht hochladen sollte
Was auf einem Screenshot alles steht, was ein Upload praktisch und rechtlich bedeutet, warum wir löschen nach einer Stunde etwas anderes ist als nie gehabt — und der Flugmodus-Test, den jeder selbst durchführen kann.
Die meisten Webdienste zum Beschriften von Screenshots arbeiten so: Sie ziehen das Bild in ein Browserfenster, es wird auf einen Server geladen, dort verarbeitet und Ihnen zurückgegeben. Das ist bequem, es funktioniert auf jedem Gerät, und für einen Screenshot einer Wetter-App ist es völlig unproblematisch. Der Punkt ist nur: Sie beschriften keine Wetter-App. Sie beschriften genau die Bilder, auf denen etwas steht, das Sie abdecken wollen.
Das ist die stille Ironie dieser Werkzeugklasse. Ein Bild, das harmlos ist, laden Sie nicht in ein Beschriftungswerkzeug, sondern verschicken es direkt. In dem Moment, in dem Sie eines öffnen, halten Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Kontoauszug, eine Fehlermeldung mit Kundendaten, einen Chatverlauf oder einen Ausweis in der Hand.
Was auf einem Screenshot steht, an das Sie nicht gedacht haben
Ein Screenshot ist kein Ausschnitt, sondern ein Zustand. Er enthält nicht nur das, worum es Ihnen geht, sondern auch die Statusleiste mit Uhrzeit, Mobilfunkanbieter und WLAN-Namen; den Titel des Browser-Tabs, der oft den Kundennamen trägt; die Adresszeile mit Kennungen in Pfad und Parametern; die Seitenleiste mit den Namen anderer Vorgänge; das Benachrichtigungsbanner, das im Moment der Aufnahme hereinkam. Bei einem Bild aus einem Ticketsystem kommt der Name des angemeldeten Mitarbeiters hinzu, bei einem aus dem Online-Banking der Kontostand am Rand.
Sie decken davon ab, was Ihnen auffällt. Hochgeladen wird alles, und zwar bevor Sie irgendetwas abgedeckt haben. Das ist der entscheidende Punkt: Bei einem Werkzeug, das im Netz arbeitet, verlässt die ungeschwärzte Fassung Ihr Gerät als Erstes.
Was ein Upload praktisch bedeutet
- Es existiert eine Kopie auf einem Rechner, den Sie nicht kontrollieren, und Sie wissen nicht, in welchem Land er steht.
- Diese Kopie liegt fast sicher auch in einer Sicherung, und Sicherungen werden nach ihrem eigenen Plan gelöscht, nicht nach Ihrem.
- Der Vorgang steht in Protokolldateien, oft mitsamt Dateiname, Größe und IP-Adresse, und Protokolle leben länger als die Datei.
- Der Anbieter setzt in aller Regel Unterauftragnehmer ein: Rechenzentrum, Bildverarbeitung, Fehlerberichte. Die Kopie ist damit nicht an einer Stelle, sondern an mehreren.
- Ändern sich Eigentümer oder Geschäftsmodell des Dienstes, ändern sich auch die Regeln für die vorhandenen Daten, ohne dass Sie gefragt werden.
Wir löschen nach einer Stunde ist keine Antwort
Diese Zusage steht auf sehr vielen Seiten, und sie ist meistens ehrlich gemeint. Sie beschreibt aber eine Absicht und einen Vorgang, keine physikalische Eigenschaft. Löschen kann ausfallen, kann durch einen Fehler übersprungen werden, kann durch eine gesetzliche Aufbewahrungspflicht ausgesetzt sein, und in einer Sicherung, die gestern lief, ist Ihr Bild bis zum Ablauf des Sicherungszyklus vorhanden, unabhängig davon, was der Dienst eine Stunde später mit dem Original tut.
Der Unterschied lässt sich in einem Satz sagen: Eine Löschzusage ist ein Versprechen über die Zukunft. Ein Werkzeug ohne Upload ist eine Aussage über die Vergangenheit — es gab nie eine Kopie, die man hätte löschen müssen. Das Zweite ist prüfbar, das Erste nur glaubhaft.
Der DSGVO-Teil, nüchtern
Enthält ein Screenshot Daten, über die sich eine Person bestimmen lässt, und laden Sie ihn in ein fremdes Werkzeug, dann geben Sie personenbezogene Daten an einen Dritten weiter. Im rein privaten Umfeld hat das kaum Folgen. Im beruflichen Umfeld schon: Dort ist üblicherweise Ihr Arbeitgeber verantwortlich, es braucht eine Grundlage für den Einsatz des Werkzeugs und in aller Regel einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung, und die Frage, welche Dienste benutzt werden dürfen, ist bereits beantwortet worden — nur meistens nicht von Ihnen.
Das ist keine Rechtsberatung und soll auch keine sein. Die praktische Folge ist trotzdem einfach: Wenn Sie im Job einen Screenshot mit Kundendaten bearbeiten müssen, nehmen Sie ein Werkzeug, das auf dem Gerät arbeitet, oder eines, das freigegeben ist. Und wenn Sie nicht wissen, welche freigegeben sind, ist die Frage an den Datenschutzbeauftragten billiger als die Antwort im Nachhinein.
Der Test, den jeder selbst machen kann
- Das Werkzeug öffnen und ein unwichtiges Bild laden.
- Flugmodus einschalten oder WLAN und Mobilfunk trennen.
- Den kompletten Arbeitsgang durchführen: abdecken, beschriften, zuschneiden, exportieren oder sichern.
- Funktioniert alles weiter, wird für diesen Arbeitsgang nichts übertragen. Erscheint eine Fehlermeldung, eine Ladeanzeige oder ein leeres Ergebnis, passiert die Verarbeitung woanders.
- Wenn Sie es genauer wissen wollen: Auf dem Mac zeigt eine Firewall mit Verbindungsanzeige, wohin ein Programm überhaupt Verbindungen aufbaut. Auf dem iPhone sehen Sie in den Einstellungen unter Mobilfunk den Datenverbrauch je App.
Zwei Einschränkungen, damit der Test nicht mehr verspricht, als er kann: Er beweist, dass diese Arbeit offline gelingt, nicht dass die App nie etwas sendet — sie könnte etwas vormerken und später übertragen. Und er sagt nichts darüber, was beim Teilen passiert, denn das Versenden geht naturgemäß ins Netz. Trotzdem ist es der aussagekräftigste Test, den ein normaler Nutzer in einer Minute durchführen kann, und er entlarvt jeden Webdienst sofort.
Wie Marka dazu steht
Marka hat keinen Server, kein Konto und keine Analyse, sammelt keine Absturzberichte und bindet kein Fremdpaket ein. Die Mac-Fassung läuft in der Sandbox und verlangt genau drei Rechte: in der Sandbox laufen, die Dateien lesen und schreiben, die Sie selbst auswählen, und Netzwerkverbindungen — Letzteres allein, damit Apples StoreKit einen getätigten Kauf prüfen kann. Auf iPhone und iPad wird nur das Recht Nur hinzufügen für die Fotomediathek angefragt, damit das fertige Bild zurückgesichert werden kann; die Auswahl des Ausgangsbildes läuft über Apples eigene Auswahl, die genau ein Bild übergibt und sonst nichts. Der Download ist 2,4 MB groß, was ohne Fremdpakete auch keine Kunst ist.
Zwei Dinge, die dazugehören. Die App ist ein Notizzettel und kein Archiv: Sie hält das Bild, an dem Sie gerade arbeiten, und behält danach keine Kopie — was Sie behalten wollen, sichern oder exportieren Sie vorher. Und die Oberfläche ist in dieser Version auf vereinfachtem Chinesisch; das gehört vor die Installation und nicht dahinter. Den Flugmodus-Test von oben können Sie mit Marka natürlich genauso machen wie mit jedem anderen Werkzeug, und das sollten Sie auch: Eine Aussage auf einer Website ist eine Aussage, ein selbst durchgeführter Test ist ein Ergebnis.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich, ob ein Werkzeug meine Screenshots hochlädt?
Am schnellsten mit dem Flugmodus: Bild laden, Netz trennen, den kompletten Arbeitsgang durchführen. Klappt alles, geschieht die Verarbeitung auf Ihrem Gerät. Ein Webdienst fällt dabei sofort durch. Ergänzend hilft ein Blick in die Datenschutzerklärung und, im App Store, in den Abschnitt zum Datenschutz der App. Der Test beweist allerdings nur, dass diese Arbeit offline gelingt, nicht dass niemals etwas gesendet wird.
Ist ein Online-Werkzeug für Screenshots grundsätzlich schlecht?
Nein. Für harmlose Bilder ist es bequem und völlig in Ordnung, und viele Anbieter gehen sorgfältig mit den Daten um. Der Einwand betrifft die konkrete Lage: Man öffnet ein Beschriftungswerkzeug meistens gerade deshalb, weil auf dem Bild etwas steht, das nicht jeder sehen soll — und dann verlässt die ungeschwärzte Fassung das Gerät als Erstes.
Reicht es nicht, wenn der Anbieter zusagt, alles nach einer Stunde zu löschen?
Das ist besser als nichts, aber es ist eine Zusage über einen Vorgang, keine Eigenschaft der Sache. Sicherungen laufen nach eigenem Zeitplan, Protokolldateien überleben die Datei, Löschvorgänge können fehlschlagen, und ein Eigentümerwechsel ändert die Regeln. Ein Werkzeug ohne Upload muss nichts löschen, weil nie eine Kopie entstanden ist.
Was bedeutet das für Screenshots im Job?
Dass die Entscheidung meistens nicht bei Ihnen liegt. Enthält der Screenshot personenbezogene Daten, ist das Hochladen in ein fremdes Werkzeug eine Weitergabe an einen Dritten, für die im Unternehmen üblicherweise eine Grundlage und ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung nötig sind. Fragen Sie, welche Werkzeuge freigegeben sind, oder nehmen Sie eines, das auf dem Gerät arbeitet. Das ist Praxis und keine Rechtsberatung.
Braucht Marka überhaupt eine Netzwerkverbindung?
Für die Arbeit am Bild nicht. Die Mac-Fassung besitzt zwar das Recht auf Netzwerkverbindungen, aber ausschließlich, damit Apples StoreKit einen Kauf prüfen kann; die App selbst stellt keine eigenen Anfragen. Auf iPhone und iPad wird nur das Recht Nur hinzufügen für die Fotomediathek angefragt, um das Ergebnis zurückzusichern.
Mit Marka erledigen
Marka ist eine App zum Beschriften von Screenshots für iPhone, iPad und Mac. Über das streichen, was niemand sehen soll, mit einem Pfeil auf das zeigen, was gemeint ist, die Schritte nummerieren, auf das Format zuschneiden, in dem Sie posten, und senden. Alles wird auf dem Gerät verarbeitet — kein Upload, kein Konto, kein Tracking, 2,4 MB Download. Öffnen, Zuschneiden, Mosaikpinsel und Export sind kostenlos; Pro ist ein einmaliger Kauf für alle drei Plattformen.