Screenshot für soziale Netzwerke zuschneiden
Welche Form ein Beitrag wirklich will, warum ein Handy-Screenshot im Quadrat fast immer zerstört wird, was stattdessen hilft und wo bei einer hochkanten Story die Bedienelemente liegen.
Ein Screenshot vom Telefon ist ein sehr schmales, sehr hohes Bild. Ein Beitragsplatz in einem sozialen Netzwerk ist fast nie so geformt. Das ist der ganze Konflikt, und er endet meistens damit, dass der Dienst das Bild irgendwo beschneidet — gern genau dort, wo die Aussage stand.
Die brauchbare Antwort besteht aus zwei Teilen. Erstens: Schneiden Sie selbst zu, statt es dem Dienst zu überlassen, denn dann entscheiden Sie, was wegfällt. Zweitens: Bei einem Handy-Screenshot ist Zuschneiden oft die falsche Bewegung, und Einbetten ist die richtige.
Welche Form wohin gehört
- Quadratisch, 1:1: der sichere Standard für einen Beitrag, der überall gleich aussehen soll, und die Form, in der Vorschaubilder in Listen meistens beschnitten werden.
- Hochkant im Feed: Die meisten Dienste geben hier einer Form nahe 4:5 den meisten Platz. Wenn Ihr Werkzeug 4:5 nicht als Vorgabe hat, schneiden Sie frei zu und orientieren sich daran, dass die Höhe etwa ein Viertel größer ist als die Breite.
- Breit, 16:9: Vorschaubilder auf Videoplattformen, geteilte Links, Folien, das Bild in einem Blogbeitrag.
- Hochkant formatfüllend, 9:16: Stories, Reels, Shorts, alles, was den ganzen Telefonbildschirm einnimmt.
- 4:3 und 3:4: die klassische Bildschirm- und Kameraform, unauffällig in Präsentationen und Dokumentationen.
- 3:2 und 2:3: das Verhältnis der Kleinbildfotografie, gut, wenn ein Screenshot neben echten Fotos stehen soll.
Warum das Quadrat einen Handy-Screenshot zerstört
Ein aktuelles iPhone macht Screenshots in etwa 9:19,5. Wenn Sie daraus ein Quadrat schneiden, bleibt weniger als die Hälfte der Höhe übrig — bei einem Bild von 1290 mal 2796 Bildpunkten ist der quadratische Ausschnitt 1290 hoch, also gut sechsundvierzig Prozent. Sie verlieren also mehr als die Hälfte des Inhalts, und weil der interessante Teil selten mittig sitzt, verlieren Sie oft genau die Zeile, wegen der Sie den Screenshot gemacht haben.
Die übliche Notlösung, das Bild stattdessen zu stauchen, ist schlimmer. Verzerrte Schrift fällt sofort auf, auch Leuten, die nicht sagen könnten warum, und ein verzerrter Screenshot wirkt unseriös in einem Zusammenhang, in dem er als Beleg dienen soll.
Einbetten statt wegschneiden
Der bessere Weg: Legen Sie den vollständigen Screenshot auf eine Fläche im Zielformat. Sie erzeugen also ein Quadrat oder ein 4:5-Bild, das als Hintergrund eine ruhige Farbe oder einen dezenten Verlauf hat, und setzen den Screenshot verkleinert in die Mitte. Nichts wird abgeschnitten, das Bild sieht absichtsvoll aus statt nach Notlösung, und die Ränder geben dem Auge eine Pause.
Ein paar Details entscheiden, ob das gut aussieht: Der Abstand ringsum sollte gleichmäßig sein, mit etwas mehr Luft unten als oben. Leicht abgerundete Ecken und ein weicher Schatten lassen den Screenshot als eigenständiges Objekt lesen und nicht als Loch in der Fläche. Und der Hintergrund darf keine Farbe haben, die im Screenshot selbst dominiert, sonst verschwimmen die Kanten.
Für sehr lange Screenshots — einen Chatverlauf über zwanzig Nachrichten, eine ganze Rechnung — funktioniert weder Zuschneiden noch Einbetten gut. Teilen Sie sie in zwei oder drei Bilder mit Überlappung. Der Leser sieht in jedem Bild etwas, das er im vorherigen schon kannte, und verliert die Orientierung nicht.
Wo bei einer hochkanten Story die Bedienelemente liegen
Ein 9:16-Bild wird formatfüllend angezeigt, und über den Rändern liegen Bedienelemente: oben der Fortschrittsbalken und der Name des Kontos, unten das Antwortfeld oder ein Aufruf zum Weiterwischen. Als Faustregel halten Sie das obere und das untere Sechstel von wichtigem Inhalt frei. Die genauen Werte ändern sich mit jeder App-Version, deshalb ist die Faustregel nützlicher als eine Zahl, die in drei Monaten nicht mehr stimmt. Und probieren Sie es einmal aus, bevor Sie es veröffentlichen: In der eigenen Vorschau sehen Sie sofort, ob die letzte Zeile unter dem Antwortfeld liegt.
Die Fehler, die den Rest ruinieren
- Hochskalieren. Ein kleines Bild größer zu rechnen, macht es nicht schärfer, sondern nur weicher. Machen Sie lieber einen neuen Screenshot in voller Auflösung.
- Ein Screenshot von einem Screenshot. Jede Runde kostet Schärfe, und Sie schleppen die Bedienelemente der Galerie-App mit.
- JPEG für Bilder mit viel Text. An Buchstabenkanten entstehen sichtbare Artefakte. Nehmen Sie PNG, solange das Ziel es zulässt.
- Den Beitrag nur am eigenen Gerät prüfen. In einer Zeitleiste sieht ein Bild oft nur vierhundert Punkte breit aus. Halten Sie das fertige Bild einmal in dieser Größe vor sich: Was Sie dann nicht lesen können, kann niemand lesen.
- Bei einem Screenshot mit Chatverlauf oder Kontoauszug das Zuschneiden mit dem Abdecken verwechseln. Der Zuschnitt entscheidet über die Form, nicht über die Vertraulichkeit.
Womit man zuschneidet
Marka schneidet frei zu oder auf eines von acht Verhältnissen: frei, 1:1, 16:9, 9:16, 4:3, 3:4, 3:2 und 2:3, dazu Drehen in Vierteldrehungen und Spiegeln waagerecht wie senkrecht. 4:5 ist in dieser Fassung nicht als Vorgabe dabei — dafür ziehen Sie den Rahmen frei. Das Zuschneiden ist kostenlos, weil ein Screenshot auf den nützlichen Teil zu kürzen keine Zusatzleistung ist. Das Einbetten auf einen Hintergrund gehört zu Pro: Abstand, abgerundete Ecken, ein weicher Schatten und eine Füllung in Weiß, Graphit, einem von drei Verläufen oder transparent, wobei alle Maße Anteile des Bildes sind und das Ergebnis darum unabhängig von der Ausgangsgröße gleich aussieht. Die Oberfläche der App ist in dieser Version auf vereinfachtem Chinesisch.
Häufige Fragen
Welches Seitenverhältnis soll ich für einen Beitrag nehmen?
Quadratisch, wenn das Bild überall gleich aussehen soll und Sie nicht wissen, wo es angezeigt wird. Hochkant nahe 4:5, wenn es im Feed möglichst viel Platz einnehmen soll. 16:9 für Vorschaubilder und geteilte Links, 9:16 für Stories und Kurzvideos. Wenn Sie sich nicht entscheiden können, ist das Quadrat die Form mit den wenigsten Überraschungen.
Wie bekomme ich einen langen Handy-Screenshot ins Quadrat?
Gar nicht durch Zuschneiden — dabei bliebe weniger als die Hälfte übrig. Setzen Sie stattdessen den vollständigen Screenshot verkleinert auf eine quadratische Fläche mit ruhigem Hintergrund. Ist der Screenshot sehr lang, teilen Sie ihn in zwei oder drei Bilder mit einer Überlappung, damit der Leser den Anschluss findet.
Kann ich einen Screenshot einfach größer rechnen?
Sie können, aber es hilft nicht. Beim Hochskalieren entstehen keine neuen Bildinformationen, das Ergebnis wird nur weicher, und bei Text sieht man das sofort. Wenn ein Bild zu klein ist, machen Sie einen neuen Screenshot in voller Auflösung, notfalls in mehreren Teilen.
PNG oder JPEG?
PNG, sobald viel Text im Bild ist, weil JPEG an Buchstabenkanten sichtbare Artefakte erzeugt. JPEG ist vertretbar bei Fotos und großen Farbflächen und wenn die Dateigröße wirklich eine Rolle spielt. Viele Dienste rechnen ohnehin selbst noch einmal um, weshalb es sich lohnt, ihnen die bestmögliche Vorlage zu geben.
Wie viel Platz brauchen die Bedienelemente in einer Story?
Als Faustregel das obere und das untere Sechstel des Bildes von wichtigem Inhalt freihalten. Oben liegen Fortschrittsbalken und Kontoname, unten Antwortfeld oder Aufruf zum Wischen. Genaue Werte ändern sich mit jeder App-Version, deshalb ist eine Vorschau vor dem Veröffentlichen verlässlicher als jede Zahlenangabe.
Mit Marka erledigen
Marka ist eine App zum Beschriften von Screenshots für iPhone, iPad und Mac. Über das streichen, was niemand sehen soll, mit einem Pfeil auf das zeigen, was gemeint ist, die Schritte nummerieren, auf das Format zuschneiden, in dem Sie posten, und senden. Alles wird auf dem Gerät verarbeitet — kein Upload, kein Konto, kein Tracking, 2,4 MB Download. Öffnen, Zuschneiden, Mosaikpinsel und Export sind kostenlos; Pro ist ein einmaliger Kauf für alle drei Plattformen.